Tyrannei der Toleranz
Im Manova-Exklusivgespräch erörtern Walter van Rossum und der bildende Künstler Rudolph Bauer die Gemeinsamkeiten des alten und des neuen Totalitarismus, der sich gegenwärtig in schillernden Farben tarnt.
Rudolph Bauer war jahrzehntelang Professor für Sozialpädagogik an der Universität Bremen. Nebenher schmiedete er Verse und wandte sich im Laufe der Jahre immer mehr den Bildenden Künsten zu. In seinen Collagen montierte er subversive Zusammenhänge im Stil eines John Heartfield. Als besonders anstößig fiel den Justizbehörden eine Fotomontage auf, „bei der ein Foto von Prof. Dr. Lauterbach derart verändert worden war, dass zum einen ein Hitlerbart hinzugefügt und zum anderen ein angewinkelter Arm in einer Weise eingefügt worden war, die an die von Adolf Hitler seinerzeit üblicherweise verwendete Erwiderung auf den Hitlergruß erinnert“. Aufgefallen war die Sache, weil Bauer ein Album seiner Collagen an den unter obskuren Umständen angeklagten Querdenker Michael Ballweg ins Gefängnis geschickt hatte. Grund genug für eine überfallartige Hausdurchsuchung bei dem damals 84-jährigen emeritierten Professor.
Rudolph Bauer war lebenslang ein politischer Aktivist. Rückblickend enthüllt er sich als eine Art Prophet dessen, was uns heute widerfährt und wie eine Dunstglocke umhüllt: ein beinharter, aber auch immer wieder flüchtiger Totalitarismus.
Jetzt hat er Mosaiksteinchen dieses Totalitarismus in einem „Kritischen Wörterbuch des bunten Totalitarismus“ versammelt. Es geht darin um einen Totalitarismus, der sich bunt und antifaschistisch tarnt, sich wehrhaft demokratisch und weltoffen gibt, der jedoch in Wahrheit eine Serie von Ausnahmezuständen inszeniert, um „alternativlos“ durchzuregieren.
Walter van Rossum im Gespräch mit Rudolph Bauer
Hier können Sie das Buch bestellen: „Kritisches Wörterbuch des Bunten Totalitarismus“
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