Damit es nie wieder geschieht

Die Misshandlung von Schwangeren und Gebärenden hat eine lange Tradition — das letzte Kapitel dieser traurigen Geschichte schrieb das Corona-Regime.

Sie gelten als die vulnerabelste aller vulnerablen Gruppen, und fast jeder hält sich etwas darauf zugute, Schwangere besonders rücksichtsvoll zu behandeln. Die Wahrheit sieht leider oft anders aus. Rund um den Geburtsvorgang herum sind Frauen besonders hilflos, was oft vom etablierten Medizinbetrieb ausgenutzt wurde, um sie auf unfassbare Weise zu misshandeln. In alten Zeiten gab es die berüchtigten „Geburtsverhöre“. Noch in den 60er-Jahren wurden Neugeborene ihren Müttern brüsk und gegen ihren Willen entrissen. Und erst vor wenigen Jahren herrschte vielfach ein Maskenzwang während (!) des Geburtsvorgangs, was einer Folter gleichkommt und überdies gefährlich für Mutter und Kind ist. Aufarbeitung dieser Verbrechen — Fehlanzeige.

Eine Orangenschale …

Kurz nachdem meine Mutter schwanger geworden war, hatte sie eine Orange ergattern können und aufbewahrt, um monatelang immer wieder an der vertrockneten Schale zu riechen.

Als meine große Schwester geboren wurde, fielen draußen Bomben.

Elf Jahre später kam ich zur Welt. Noch immer mussten Frauen in Rückenlage entbinden, noch immer wurden Neugeborene auf die Säuglingsstation verfrachtet und der Mutter nur zum Stillen gebracht — immerhin das. Alle vier Stunden. Häufigeres Stillen sei schädlich für Mutter und Kind, so das allgemeine Credo. Welche Frau hätte dagegen aufbegehren können? Selbst meine emanzipierte Mutter konnte es nicht, obwohl der Milchstau ihr höllische Schmerzen bereitete.

… ein Glas Sekt

Als ich schwanger war, hatte ich Glück, weil damals, Anfang der 1980er-Jahre, so viele Frauen zornig einforderten, was man unseren Müttern vorenthalten hatte.

Niemand drängte mich zu Untersuchungsmarathons und Wahrscheinlichkeitsberechnungen, niemand verwirrte oder belehrte mich mit langen Ge- und Verbotslisten. Ich aß und trank, worauf ich Lust hatte, lebte monatelang vorrangig von Kakao und Orangensaft und verdrückte Riesenpizzen, während ich „Der sanfte Weg ins Leben“ las und die Katze schnurrend ihren Kopf an meinem Bauch rieb. Das Geschlecht meines Kindes? Ich hoffte auf: Mensch.

Im fünften Monat ging ich zur ersten und einzigen Ultraschalluntersuchung. Hebamme und Klinik konnte ich frei wählen, also ließ ich mir Zeit damit. Als ich am Ende des Winters dann im Vorraum des Kreissaals während der nächtlichen Eröffnungswehen in allen Tonlagen und Lautstärken summte und sang und damit die ganze Station wachhielt, beschwerte sich kein Klinikpersonal und keine Patientin.

Die Hebamme kam erst gegen Morgen. Sie war nicht in Eile. Niemand war in Eile. Meine kleine Tochter und ich durften uns alle Zeit nehmen, die wir brauchten für den Übergang in diese Welt und für das Mutterwerden.

Während sieben erholsamer Kliniktage wurde mir zum Mittagessen auch mal ein Piccolo serviert: „Das regt den Milchfluss an.“ Mein Kind lag im Bettchen neben dem meinen oder auf meinem Bauch — „Rooming in!“ „Ganz neu!“ „Gebührenpflichtig!“ —, und während ich stillte, sah ich hinaus auf den glitzernden Starnberger See und hörte das Krachen von schmelzendem Eis, das wie eine Verheißung schien.

Ich hatte Glück. Zehn Jahre zuvor hätte ich als Singlemama noch nicht einmal das Sorgerecht für mein Kind gehabt. Damals, Anfang der 1980er-Jahre, dachten wir, die finsteren Zeiten überwunden zu haben. In Wahrheit hatte sich die Kerkertür nur kurz geöffnet, um ein paar Lichtstrahlen hereinzulassen.

… und ein abgelehnter Antrag

2018 berichtete mir eine junge Singlemama, gegen Ende ihrer Schwangerschaft habe sie, in Geldnot, das Jobcenter aufsuchen müssen. Ihren Antrag auf Babyausstattung habe der Sachbearbeiter abgelehnt, mit den Worten:

„Das können Sie erst nach der Entbindung beantragen, kann ja schließlich eine Totgeburt werden.“

Die Frau war kein Einzelfall in der Schreckenskammer der Gesellschaft.

Finstere Vergangenheit: Das Geburtsverhör

Im Herbst 2024 stieß ich auf ein Buch mit dem Titel „Das Geburtsverhör“. Die Erzählung der Schweizer Autorin Linda Stibler beruht auf Tatsachen.

Anna Weibel, ein armes junges Bauernmädchen, verliebt sich 1827 in einen Jüngling aus angesehener Familie, wird von ihm schwanger und deshalb vom Pfarrer „angezeigt“ und vor Gericht gestellt. Da sie bei ihrer Aussage bezüglich des Erzeugers bleibt — der sie der Lüge bezichtigt —, wird ein „Geburtsverhör“ angeordnet.

Kaum haben die Wehen eingesetzt, wird sie im Kindsbett von zwei dazu bestimmten Herren einem Verhör unterzogen. Die Hebamme darf ihr nicht helfen — zuerst soll sie widerrufen und den Namen des „wahren“ Erzeugers preisgeben. Die Gebärende bleibt standhaft. Sie überlebt nur knapp, ihr Kind kommt tot zur Welt. Anna Weibel war kein Einzelfall.

Von diesem Grauen hatte ich noch nie gehört, fand — außer diesem Roman — auch nichts darüber im Internet. Ach ja: Der Kindsvater musste schließlich die Gerichtskosten zahlen und an die Kindsmutter zwölf Franken für „Kindbettkosten“.

Aber zum Glück ist das ja lange her … Wirklich?

Finstere Vergangenheit: Heimliche Entbindungen und Kindesraub

Nicht nur in der Schweiz: In den 1950er- und 1960er-Jahren wurden junge unverheiratete Mütter oft gezwungen, an speziellen Orten heimlich zu entbinden und ihr Kind zur Adoption freizugeben (1). Diese Verbrechen endeten erst um 1980.

Zwischen 1958 und 1978 kamen in einem Heim im Jura 920 „uneheliche“ Kinder zur Welt.

In dem Dokumentarfilm „Né à Belfond — versteckt geboren“ (SFR, Mediathek) kommen einige Mütter zu Wort, denen ihre Kinder gestohlen wurden (2).

„Administrativ versorgt“ und ihrer Kinder beraubt wurden unverheiratete Jungmütter in der Schweiz noch bis 1981. Eine offizielle „Entschuldigung“ durch den Bundesrat erfolgte erst im Jahr 2010. Die Aufarbeitung ist vor allem Ursula Biondi zu verdanken. Sie „landete 1966 mit 17 Jahren als Schwangere in der Strafanstalt Hindelbank — ohne eine Straftat begangen zu haben. Die Vormundschaftsbehörde hatte zu dieser ‚erzieherischen Maßnahme‘ gegriffen, weil Ursula sich in einen geschiedenen, sieben Jahre älteren Mann verliebt hatte und minderjährig schwanger wurde“ (3).

Bis 1981 in den Knast?! 1981 wurde meine Tochter geboren. Was hatte ich für ein Glück!

Lichtstrahlen

Auch meine Tochter hatte Glück. Ihr Kindchen kommt 2013 im elterlichen Zuhause auf die Welt. Das erste Foto: Mutter und Kind, Seit an Seit auf bunten Kissen und Decken, mit geschlossenen Augen, erschöpft und selig. Neben dem Bett steht der große zottelige Hund und streckt vorsichtig schnüffelnd seine dicke Nase ehrfürchtig den beiden entgegen.

„Ach!“, dachte ich damals, „wie gut, dass wir in besseren Zeiten leben!“

Kinder in der „neuen Normalität“

2020 — Noch in der ersten Klasse wird meine Enkelin ins Homeschooling verbannt und muss nun auch vielerorts eine Maske tragen.

„Im überwiegenden Teil Deutschlands gilt die Pflicht erst ab einem Alter von sechs Jahren“ (4). Wie gnädig.

Unser Landkreis gilt als „Hotspot“ — und der Neusprech entwickelt sich rasanter als die Inzidenzen —; 219.000 Menschen leben da. Anzahl von Corona- beziehungsweise COVID-Erkrankten im Krankenhaus am 29. Oktober 2020: zwei Personen. Zahl der in den fünf Monaten davor „an oder mit“ Corona Verstorbenen: zwei (5).

Der Abenteuerspielplatz, gleich bei uns ums Eck im kleinen Park, wurde schon immer von Schulklassen und Kindergruppen besucht. Das fröhliche Stimmengewirr, das Schreien und Lachen lockte mich oft ans Fenster. Nun zotteln die maskierten Kleinen stumm auf dem Gehweg entlang. Ich friere bei ihrem Anblick.

Bald darauf wird der Spielplatz mit weiß-roten Bändern gesperrt, und die Polizei kontrolliert die Einhaltung des Abstandsgebots (6).

Die neue Normalität: Maske für werdende Mütter

Im Frühling 2020 sitze ich in der Morgensonne beim Gartenfrühstück, lese die Zeitung und erstarre. Das kann doch nicht wahr sein! Ich frage beim Landratsamt nach. Doch, es ist wahr:

Gebärende Frauen müssen nun eine Maske tragen. Weitergehenden Maßnahmen stellt sich zumindest ein Arzt entgegen: „Es bringt nichts, Mütter nach der Geburt von ihren Kindern zu trennen.“ Auch das wurde gemacht (7).

Der Nutzen von Masken ist von Anfang an umstritten; schädliche Auswirkungen des maskenbedingten CO2-Mangels auf die Gesundheit sind belegt. In Schweden gibt es keine Maskenpflicht (8). Trotzdem — und obwohl ohnehin jede dritte Frau durch Gewalterfahrung traumatisiert ist — müssen werdende Mütter nun unter Maske gebären.

Kaum ein Blatt berichtet. Nur die Mutigsten üben Kritik — und werden mundtot gemacht (9).

Meine junge Nachbarin ist im dritten Monat; sie geht nicht mehr zum Einkaufen, fährt nicht mehr öffentlich, vermeidet Arztbesuche, weil sie nicht atmen kann unter dem „Mund-Nasen-Schutz“ (MNS). Sie fürchtet sich nicht vor der Entbindung. Sie fürchtet sich davor, nicht atmen zu dürfen während der Geburt ihres Kinders. Sie fürchtet sich monatelang. Keine Arztpraxis wagt es, ihr ein Attest zur Maskenbefreiung auszustellen, was doch gesetzlich vorgesehen ist. Die Ärztinnen und Ärzte haben zu viel Angst.

Sie fürchten sich zu Recht.

Angst vor der Staatsgewalt

Wer Atteste ausstellt, bekommt Polizeibesuch, wird vor Gericht gestellt, ins Gefängnis gesteckt. Maskenatteste gelten grundsätzlich als „falsch“. Seit wann werden ärztliche Atteste angezweifelt? Seit jetzt (10).

„Allein in Sachsen wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 127 Ärzte rechtskräftig verurteilt wegen Ausstellung von Maskenattesten. In Berlin wurden von Januar 2020 bis Oktober 2024 insgesamt 1029 Verfahren gegen Mediziner geführt“ (11).

Folter? Oder ganz normal?

Eine Hebamme erzählt mir, sie dürfe ihre werdenden Mütter nun nicht mehr berühren und nur noch online kontaktieren. Ich breche in Tränen aus: „Das können wir doch nicht zulassen!“ — „Ach, wenn Sie wüssten“, sagt sie, „so vieles ist schon reglementiert; so vieles schon ist ‚normal‘ geworden in den letzten zwanzig Jahren.“

Entsetzt schreibe ich einer Bekannten: „Maskenzwang unter der Geburt?! Das ist Folter!“ Nun ja, meint sie, vielleicht gebe es ja bessere Möglichkeiten: Man könne die Frauen doch einfach in einer Röhre entbinden lassen — oben geschlossen, unten offen.

Und sie fragt mich, ob ich etwa auch rechts sei.

Masken nur fürs Dummvolk?

Während der herrschende Gesundheitsminister sich die Maske falsch herum auf die Nase setzt und Politikermänner dicht an dicht in den Aufzug drängen, während der Bundespräsident sich der Maske hurtig entledigt, sobald er die Kameras ausgeschaltet wähnt, werden Schwangere und kurzatmige Alte mit Maskenzwang traktiert und in die Isolation getrieben (12).

Kinder, Kinder

Tausende Schulkinder kommen in Hausarrest namens Quarantäne.

Es wird sogar gefordert, „infektiöse“ Kinder, solange sie testpositiv seien, im Elternhaus zu isolieren.

Der achtjährige Sohn einer Bekannten muss im Hochsommer auf dem Schulsportplatz bei 30 Grad Hitze Dauerlauf machen — alle Kinder mit Maske.

Und selbst Kinder geraten in die Mühlen der Justiz. Buchtipp: „Vincent. Der Fall Aurich — Vom langen Weg zum Recht in Zeiten des Unrechts“ (13).

Wer die Kinder schützt …

Ein Familienrichter, der Kinder vor der Maskenpflicht schützen will, wird zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt; Hausdurchsuchungen finden bei weiteren sieben Personen statt, unter anderem bei den Müttern der Kinder. t-online titelt: „Rechtsstaat funktioniert“ (14). Immerhin: 2024, während ich dies schrieb, beantragt der Generalbundesanwalt die Aufhebung des Urteils (15). Am 20. November 2024 jedoch wird das Urteil gegen Richter Dettmar vom Bundesgerichtshof bestätigt: zwei Jahre auf Bewährung; das kostet den über 60-jährigen Familienvater Richteramt und Pensionsansprüche (16).

Und die Medien?

„Was ist hier los?“, dachte ich.

„Wo sind die Journalistinnen, die schon Kinder haben? Schreit keine von euch auf? Oder ist euch, wie den Müttern im Kreißsaal, das Schreien verboten? Wo sind die Redakteure, denen es nun verboten ist, ihre Frauen zur Entbindung zu begleiten? Steht keiner von euch auf, um euch gegen solche Übergriffe zur Wehr zu setzen? Um eure Frauen und alle Frauen zu schützen?“

Gewiss doch, die Medien berichten: Vor allem Frauen seien durch Schul- und Kitaschließungen überfordert, Kinder-Küche-Quarantäne-Homeschooling-Homeoffice sei nicht zu schaffen; seit den Maßnahmen eskaliere Gewalt gegen Frauen und Kinder; die Lockdowns als Schockdowns, ja ja, hm hm. Aber halt leider, leider alles notwendig.

Bullshit! Warum kommt Schweden ohne Lockdowns, Schulschließungen und Maskenpflicht aus? (17)

Mir war übel. Ich hatte Angst. Recherchierte, kritisierte, fragte nach, diskutierte und widersprach. Wurde beschimpft und gemieden. War zornig und verzweifelt. Schrieb Leserbriefe, die nie gedruckt wurden. Und hoffte. Nicht auf die armen Eltern, denen keine Zeit blieb im täglich wechselnden Maßnahmenchaos. Ich hoffte auf die Großeltern, auf Lehrer, auf Erzieherinnen. Auf uns alle. Sind wir nicht dazu da, unsere Kinder und Kindeskinder zu schützen? Das Leben zu schützen?

Ich hoffte. Nicht immer vergeblich. Es gab Mutige, wie meinen Hausarzt. Sein Maskenprozess soll demnächst eröffnet werden.

Damit es nie wieder geschieht

Ende 2024 sind die Protokolle des Robert Koch-Instituts (RKI) entschwärzt und zu lesen (18).

Die Maßnahmen, von denen ich hier berichte, waren nicht wissenschaftlich begründet; sie waren politisch gewollt.

Berichten die Medien von diesem unfassbaren Skandal? Kaum.

„Mehr Diktatur wagen!“ forderte in einer Schlagzeile die Süddeutsche Zeitung am 9. Februar 2021 (19).

Wir müssen noch einmal darüber reden.

Damit es nie wieder geschieht.